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Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, erinnerte mich das Cover sofort an „Eine unglaubliche Welt” von Sabine von der Wellen und der Inhalt versprach eine Ähnlichkeit mit der Geschichte von Percy Jackson. Dementsprechend war ich mehr als gespannt auf die Welt von Adrian Blackwell.

Zum Inhalt: Adrian ist 16 Jahre alt und musste bereits auf tragische Weise erfahren, was Verlust bedeutet, denn vor Kurzem ist sein Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Für Adrian bricht eine Welt zusammen. Kurz vor dem Unfall hatten er und sein Vater noch einen Streit und Adrian macht sich Vorwürfe, dass der Unfall seine Schuld sein könnte.

Das Verhältnis zu seiner Mutter ist angespannt und distanziert. Der Junge lebt mehr oder minder alleine, versorgt sich selbst und ist ein Einzelgänger. Als eines Tages ein Mann vor ihm steht, der behauptet Odin, der Göttervater, zu sein, beginnt Adrian auf den Pfaden seines Vaters zu wandeln, dessen Beruf eng mit der nordischen Mythologie verflochten war.

Als dann auch noch Thor auftaucht und Adrian um Hilfe bittet, wächst der Junge über sich hinaus und stellt sich seinen größten Ängsten. Er steigt in das Totenreich hinab, um die Götter Asgards zu retten und den Verlust seines Vaters zu verarbeiten.

Meine Meinung: Ralf Raabe hat mit Adrian einen Charakter erschaffen, den man gerne begleitet. Anfangs ist der 16-Jährige gebrochen, ein Einzelgänger und voller Wut, weil er sich nicht verstanden fühlt. Als Odin und Thor ihn dann um Hilfe bitten, beginnt der Junge sich selbst zu finden. Auch wenn er in manchen Situationen trotzig oder kindisch reagiert, wird er über die Länge des Buches immer reifer.

Die Nebencharaktere, wie Adrians Mutter, Odin oder Bo, sind genau das: Nebencharaktere. Sie geben Adrian als Charakter den Raum den er braucht, um ihn als Leser zu verstehen. Trotzdem sind sie greifbar, gut durchdacht und wichtig, um Adrians Handeln nachvollziehen zu können.

Ich mochte die Geschichte sehr und habe das Buch an einem Tag verschlungen. Es ist unheimlich emotional Adrian beim Verarbeiten seines Verlustes zu begleiten. Ralf Raabes Schreibstil ist detailliert und so voller Magie, dass man die Leidenschaft, die der Autor beim Schreiben verspürt haben muss, beim Lesen fast greifen kann.

Das Buch wird Lesern ab 13 Jahren empfohlen. Beim Lesen habe ich es aber nicht als reines Jugendbuch empfunden und empfehle es allen, die Gefallen an der nordischen Mythologie und eigenwilligen Protagonisten finden. Auch Liebhaber von Action und Drama kommen hier auf ihre Kosten. Ein gelungenes Debüt, das Lust auf mehr macht.

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