Skip to content Skip to footer
Die Abrissarbeiten in der Cappelner Ortsmitte sind fast abgeschlossen. In den nächsten Monaten werden aber wohl keine neuen Bauarbeiten starten. Foto: west

 

west Cappeln

Auf den Punkt gebracht: Der Cappelner Rat hat auf seiner heutigen Sitzung endlich seinen Haushaltsplan beschlossen. Aber ob der so stehen bleibt, ist unklar. Denn die Verwaltung hält den aktuellen Entwurf für rechtswidrig und wird das Ganze nun von der Kommunalaufsicht untersuchen lassen.

Knackpunkt ist nach wie vor der Streit um den Neubau des Rathauses und Dorfgemeinschaftshauses in der Dorfmitte, genauer gesagt die diesbezügliche Kostenentwicklung. Wie berichtet, ist das Investitionsvolumen von anfangs mal 5,8 über zwischenzeitlich 6,9 auf aktuell 8,3 Millionen angewachsen. CDU und FDP traten jetzt auf die Bremse und stimmten mehrheitlich mit 11:8 Stimmen für einen Haushaltsentwurf, in dem zwar 630.000 Euro für die bereits angefallenen Abriss- und Planungskosten berücksichtigt sind, nicht aber weitere Summen und auch keine auf 2022 vorausschauenden Gelder für die Realisation. Genau diese mittelfristige – und auf einem gültigen Ratsbeschluss vom Frühjahr 2020 gründende – Finanzplanung sei aber gesetzlich gefordert, erklärte die Verwaltungsspitze.

Während die Christdemokraten auf die Möglichkeit eines späteren Nachtragshaushaltes verwiesen, stimmten UWG und SPD wegen der Nullnummer in Sachen Neubau gegen den aktuellen Entwurf und warten nun gespannt auf die juristische Prüfung. Bis zur nächsten Ratssitzung Ende Juni soll eine Klärung da sein.

Spätestens dann will die Ratsrunde entscheiden, wie es weiter geht. Dass die Gemeinde das Vorhaben mit dem aktuellen geplanten Aufwand alleine stemmt, ist wohl fraglich. Denn die hohen Kosten behagen auch Ratsmitgliedern der anderen Fraktionen nicht. Also kleiner planen? Oder den Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs mit privater Co-Finanzierung umsetzen? Vielleicht doch die Rolle rückwärts, das alte Rathaus sanieren und das Grundstück an der Ecke Cloppenburger Straße/Große Straße für private Projekte vermarkten? Oder doch ein Neubau, aber eingebettet in eine ganz neue umfassende Quartiersplanung unter der Regie eines Privatinvestors? Alles offen.

Show CommentsClose Comments

Leave a comment