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Foto: Warner Bros./HBO Max

Als wir noch ins Kino konnten, waren Superheldenfilme gewissermaßen omnipräsent. Kein Sommer verging ohne gleich mehrere der oftmals bunten Comichelden. Nichts ins Kino und auch nicht so bunt kam nun die Neuauflage der Justice League daher. Das große Zusammentreffen von Batman, Superman, Aquaman, Wonderwoman, Cyborg und Flash.

Aber wieso Neuauflage? Dafür geht’s vier Jahre in die Vergangenheit: Regisseur Zack Snyder befindet sich inmitten der Produktion des Superheldenfilm-Ensembles. Dann ein unerwarteter Schicksalsschlag im März 2017: Seine 20-jährige Tochter Autumn begeht Suizid. Verständlicherweise nimmt Regisseur Snyder eine Auszeit vom Film-Business. Kollege Joss Whedon sprang indes ein, um Justice League zu beenden. Erfahrung hatte er bereits mit den ersten beiden „Avengers”-Filmen gesammelt. Leider war das am Ende keine allzu positive Entwicklung für den Film – finanziell und für die Fans nicht. Wie es weiter ging oder viel mehr wieso es weiter ging: Die Fans forderten die Produzenten über Jahre hinweg die ursprüngliche Filmvision von Zack Synder zu veröffentlichen bzw. ihn diese fertigzustellen zu lassen. Und wurden erhört: HBO Max hat rund 70 Mio. Euro in die Hand genommen und Zack Snyder machen lassen. Von neuen Effekten, neuer Musik und komplett neuen Szenen ist alles dabei. Die Geschichte bleibt dabei grundlegend gleich und trotzdem ist aus einem 122 Minuten Film (2017) eine 242 Minuten starke Fassung geworden. Und das hat sich ausgezahlt.

Herausgekommen ist ein Bollwerk von einer Comic-Verfilmung, dass sich viel mehr Zeit für seine Charaktere lässt, ihnen Raum gibt und Motivationen werden klarer definiert. Dabei wird auch ein grundlegend düsterer Ton angeschlagen. Er setzt nicht auf coole Sprüche und bunte Action. Hintergründe werden erklärt, die Action ist ausgefeilter und deutlich intensiver – nicht nur dank einiger (!) Zeitlupenaufnahmen – und der Film wirkt nicht mehr wie „wahllos und hektisch zusammengeschnitten“. Davon profitiert in Justice League besonders der Charakter des „Cyborg”, der nun eine komplette Hintergrundgeschichte bekommt.

Während die Story sich nicht grundlegend verändert hat, Batman stellt sein Superheldenteam zusammen und man versucht sich gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner zu stellen – kommt sie zumindest in einem neuen Gewand daher. Optisch ist der Film wie bereits erwähnt deutlich düsterer, Regisseur Zack Snyder konnte hier sicherlich einiges verarbeiten. Das ließ er auch in diversen Interviews durchblicken. Aber macht das alles diesen eigentlich vier Jahre alten Film besser?

Ein einfaches: Ja. Rundere Action, die optisch überzeugt. Charaktere, deren Motivation zum Teil besser nachzuvollziehen ist. Optisch wie soundtechnisch ein Augen- und Ohrenschmaus. Umso trauriger, dass dieses vierstündige Bollwerk einer Comic-Verfilmung nicht im Kino zu sehen ist, denn da gehört Zack Snyder’s Justice League eigentlich hin – auf die große Leinwand. Weil das derzeit nicht möglich ist, gibt’s den Film exklusiv auf Sky Cinema.

-ak-

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