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west Kreis Cloppenburg
Als unsere Redaktion das Faltblatt des Vereins „Eltern stehen auf” auf den Tisch bekam, waren wir schockiert: Was für verquaste Behauptungen , um Eltern Angst zu machen vor einer vermeintlich „gefährlichen” Corona-Impfung. Hier wurden willkürlich herausgezupfte Info-Streusel aus dem Zusammenhang gerissen und willkürlich zu kruden Theorien verklebt – so kann man auch aus „Alle meine Entchen“ eine Mörderstory machen…

Ja, unser Verlag hat den Fehler gemacht, diesen Flyer des Querdenker-Vereins in unsere Zeitung zu legen. Wir hätten vorher genauer hinschauen sollen. Auch wenn der Auftrag nicht von diesem als zweifelhaft bekannten Verein kam, sondern von einem Löninger Bürger. Dafür entschuldigen wir uns, das passiert kein zweites Mal! Denn unser Team ist nicht nur selbst fast ausnahmslos durchgeimpft, wir empfehlen diese Immunisierung auch nachdrücklich. Weil sie Menschen vor schwerer Erkrankung schützt und der einzige Weg ist, der aus dieser Pandemie führt.

Deshalb kündigen wir Impfaktionen prominent an. Mehrfach haben wir auch Fragen von verunsicherten Lesern aufgegriffen, bei Fachleuten nachgefragt und versucht, belastbare Informationen leicht verständlich darzustellen, auch in leichter Sprache.
Eine umfangreiche Beschreibung über die Wirkweise der Impfstoffe finden Sie HIER

In eigener Sache: Wir bitten um Entschuldigung

Unserer Printausgabe vom 12. November lag ein Flyer des Vereins „Eltern stehen auf” bei. Das Faltblatt enthält aus unserer Sicht unhaltbare und untragbare Falsch-informationen und Behauptungen, mit denen die Corona-Impfungen als gefährlich und experimentell dargestellt wird. Wir distanzieren uns ausdrücklich von diesen Aussagen. Und wir hätten diesen Flyer nicht verteilen sollen.

Hier ist in unserem organisatorischen Ablauf ein Fehler passiert. Auftraggeber war nicht der oben genannte Verein, sondern ein Privatbürger aus Löningen. Davon unabhängig hätte die Beilage, die direkt ins Druckhaus geliefert wurde, vor Freigabe genauer von uns geprüft werden müssen. Wir ärgern uns selbst sehr darüber und bitten um Entschuldigung. 

Unser Verlags-Team vertritt eine völlig andere Haltung, wir sind klare Impf-Befürworter und unsere Redaktion berichtet regelmäßig ausführlich darüber, auch mit umfassenden Hintergrund-Infos hier auf unserem Newsportal. Auch in Zukunft werden wir uns weiter in den clpNEWS und auf www.clpon.de für die Impfung stark machen. Und bei Anzeigen- und Beilagenaufträgen ganz genau hinschauen. Wir werden aus diesem Fehler lernen.

Bleiben Sie gesund.

Yilmaz Mutlu
Geschäftsführer der
Krapendorfer Verlagsgesellschaft

Nehmen wir das Faltblatt der Impfgegner (die auch gegen Masken, Quarantäne, Abstand und Tests sind) mal unter die Lupe und stellen ein paar Dinge klar. 
Der Flyer behauptet…

…die Impfung sei eine experimentelle Gentherapie.
Richtig ist: Die Impfung ist weder ein Experiment noch beeinflusst sie die menschlichen Gene. Für den im Flyer geäußerten Verdacht, die mRNA-Impfung könne Unfruchtbarkeit zur Folge haben, gibt es laut allen etablierten wissenschaftlichen Gremien zufolge keinerlei Belege. Diese These ist exklusive Querdenker-„Expertise”. Ebenso die „Gefahr tödlicher Krankheitsverläufe bei Kontakt mit dem Wildvirus durch Zytokinsturm”. Diese Befürchtung beruht möglicherweise auf einem Artikel aus der Pharmazeutischen Zeitung, der allerdings fachlich sehr frei interpretiert wurde.

…die Corona-Impfung sei keine Impfung im herkömmlichen Sinne.
Richtig ist: Die Vektor-Impfstoffe wie Johnson & Johnson sind vektor-basiert wie auch die Grippe- oder Masernimpfung. Also eine „herkömmliche“ Methode. Die mRNA-Vakzine (BionTech und Moderna) setzen auf ein neu entwickeltes Verfahren zur Aktivierung des Immunsystems. Beide Varianten tun das, was jede Impfung bewirken soll: Das Immunsystem wird für einen Krankheitserreger sensibilisiert und baut einen Schutz dagegen auf.

…die Corona-Impfstoffe schleusen Fremderbgut in unsere Zellen.
Richtig ist: Die neuen mRNA-Impfstoffe bringen nur einen Botenstoff in die Zelle (nicht in den Zellkern); dieser liefert dem Körper den Bauplan für das Protein, an dem das Immunsystem den tatsächlichen Erreger im Falle einer Infektion erkennen und sofort bekämpften kann. Das Vakzin enthält keine Fremd-DNA und kommt auch nicht in Kontakt mit unseren eigenen Genen.

…das Zulassungsverfahren sei extrem verkürzt worden.
Richtig ist: Das Verfahren wurde zeitlich, aber nicht inhaltlich verkürzt. Es wurden alle Studien und Prüfungen durchgeführt, teilweise aber schon parallel gestartet. Nämlich dort, wo Untersuchungen nicht causal aufeinander folgen mussten. So wurde Zeit gewonnen, aber auch keine für die Zulassung notwendigen Tests verzichtet.

…die Impfkampagne sei als Flächenstudie anzusehen.
Richtig ist: Die Impfung der Bevölkerung wurde erst begonnen, als die wissenschaftlichen Zulassungsstudien abgeschlossen waren. Wenn in wenigen Monaten Millionen von Menschen geimpft werden, sammelt man natürlich weitere Erfahrungen und Erkenntnisse. Das ist bei jeder Behandlung oder Therapie so – nur hier eben im Zeitraffer. Das macht die Geimpften aber nicht zu Testpersonen.

…es gebe bisher keine Studie zu Langzeitfolgen.
Richtig ist: Laut Robert-Koch-Institut treten Nebenwirkungen ggf. kurz nach der Impfung auf. Langzeitfolgen, also ein Auftreten von Nebenwirkungen viele Monate oder Jahre nach der Impfung, seien nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zu befürchten”. Denn wenige Wochen nach der Impfung sei die Immunreaktion abgeschlossen. Die Wirkstoffe werden nicht im Körper eingelagert, sondern in kurzer Zeit wieder vom Körper abgebaut. Mit Blick auf die inzwischen weltweit zig-millionenfach erfolgten Impfungen hätten auch seltene Langzeitfolgen, die über Einzelfälle hinausgehen, inzwischen auffallen müssen.

…die Impfung kann schwerste bis tödliche Nebenwirkungen haben.
Richtig ist: Kopfschmerzen, grippe-ähnliche Symptome Erschöpfung und Gleiderschmerzen für ein paar Tage – das kommt häufig vor und gilt als normale Impfreaktion des Körpers. Auch kann die Einstichstelle ein paar Tage druckempfindlich gereizt sein. Weiter reichende Nebenwirkungen sind extrem selten. Die Ständige Impfkommission reagierte in den ersten Monaten auch darauf und schärfte ggf. ihre Empfehlungen nach. Ja, es gab auch in Relation zur Gesamtzahl einzelne Personen, die nach der Impfung verstorben sind. Ob nur in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung oder tatsächlich dadurch verursacht ist nicht belegt.
Und: Wenn schon die Impfung bei wenigen empfindlichen Personen schwere Nebenwirkungen wie Thrombosen oder Herzmuskelentzündungen verursacht hat – wie hätten diese Menschen wohl eine tatsächliche Covid-Infektion überstanden?

…geimpfte Kinder aller Altersgruppen seien im Vergleich zu Erwachsenen besonders häufig von schweren Nebenwirkungen betroffen.
Richtig ist: „Bisher sind keine Signale für weitere schwere Nebenwirkungen nach mRNA-Impfung aufgetreten, insbesondere auch nicht bei Kindern und Jugendlichen”, erklärt das niedersächsische Gesundheitsministerium auf seiner Homepage.  Sehr selten seien bei Jungen Herzmuskelentzündungen aufgetreten, allerdings mit einem „unkomplizierten Verlauf”. Zudem „weisen neuere Untersuchungen aus dem Ausland darauf hin, dass Herzbeteiligungen auch bei COVID-19-Erkrankungen auftreten.”

…Kinder erkrankten extrem selten an Covid 19. Sie hätten keinen Nutzen von einer Corona-Impfung.
Richtig ist: Auch Kinder können an Covid erkranken, zeigen aber meist einen milderen Verlauf als Erwachsene – sofern sie keine Vorerkrankungen mitbringen. Unklar sind aber derzeit mögliche Long-Covid- oder Post-Covid Erkrankungen, die auch bei Kindern und Jugendlichen beobachtet wurden. Die StIKo empfiehlt eine Impfung mt BioNTech auch für Teenager zwischen 12 und 17 Jahre, da „nach gegenwärtigem Wissenstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen”. Ein Argument sind auch die psychosozialen Folgen einer Isolation durch länger andauernde Freizeit- Isolation oder Homeschooling.

…Kinder seien Versuchspersonen medizinischer Impfstudien, was gegen ethische Grundsätze der Forschung verstoße.
Richtig ist: Die Empfehlung der StiKo basiert auf „neuen Überwachungsdaten, insbesondere aus dem amerikanischen Impfprogramm mit nahezu 10 Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen”. Während in den USA die Corona-Impfung für Kinder schon recht früh zugelassen wurde, hielt sich die Europäische EMA noch ein ganze Weile zurück und auch als deren OK vorlag, schränkte die deutsche StiKo ihre Empfehlung zunächst auf vorerkrankte Kinder ein und wartete die Ergebnisse weiterer wissenschaftlicher Studien und die Erfahrungen in den USA ab. Erst im August erweiterte das Fachgremium ihre Empfehlung auf alle Jugendlichen ab 12 Jahre. In Deutschland geimpfte Kinder liefern natürlich Impferfahrungen, sind aber keine Versuchspersonen einer Studie.
………………

Die Corona-Impfung ist keine Pflicht in Deutschland, aber ausdrücklich zu empfehlen. Unser Verlag schließt sich dem Aufruf von Landrat, Ärzten und Fachverbänden, sich und andere durch eine Immunisierung zu schützen, ausdrücklich an! Fragen Sie Ihren Hausarzt oder nutzen Sie einen der offenen Aktions-Termine der mobilen Impfteams, die in den kommenden Wochen im ganzen Landkreis unterwegs sind. Hier können Sie sich ohne Anmeldung Ihre Erst- oder Zweitimpfung holen (mit BioNTech, ab 12 Jahre). Einfach Personalausweis und Impfpass mitbringen. Liegt die Zweitimpfung bereits mehr als sechs Monate zurück, können Senioren ab 70 Jahre, Pflegekräfte und medizinische Fachkräfte mit Patientenkontakt hier auch eine Auffrischungs-Impfung bekommen. Dies gilt auch für alle, die vor mindestens vier Wochen nur eine Impfung mit Johnson & Johnson erhalten haben.

tiKo