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138 Minuten Filmkunst am Stück, quasi in einer „Szene” bzw. Take – das ist Sebastian Schipper’s Film „Victoria”, den wir heute kurz vorstellen.

Sturla Brandth Grøvlen wurde für seine Kameraarbeit an „Victoria” mit dem silbernen Bären auf der Berlinale ausgezeichnet. Bilder: Wild Bunch Germany

Victoria” aus dem Jahr 2015 dürfte unter Filmfans Rang und Namen haben, aber sonst? Eher ein Geheimtipp. Was macht diese deutsche Produktion so besonders? Der Film wurde in einem einzigen „Take” gedreht. Das heißt, es gibt keinen Schnitt – fast 2,5 Stunden lang. Das klingt nicht nur arbeitsintensiv sondern auch nervenaufreibend, schließlich darf – eigentlich – nichts schief gehen. Zwei Mal mussten die Dreharbeiten komplett verworfen werden, aber mit dem dritten Versuch ist der in Echtzeit spielende Film dann geglückt.
Darum geht’s: Eine Stunde noch, dann neigt sich auch diese Nacht in Berlin wieder dem Ende zu. Vor einem Club lernt die junge Victoria (Laia Costa) aus Madrid vier Berliner Jungs kennen – Sonne (Frederick Lau, einigen vielleicht aus „Die Welle” bekannt), Boxer (Franz Rogowski), Blinker (Burak Yigit) und Fuss (Max Mauff). Der Funke zwischen ihr und Sonne springt sofort über, aber Zeit füreinander haben die beiden nicht. Sonne und seine Kumpels haben noch etwas vor. Um eine Schuld zu begleichen, haben sie sich auf eine krumme Sache eingelassen. Als einer von ihnen unerwartet ausfällt, soll Victoria als Fahrerin einspringen. Für Victoria der Beginn einer dramatischen „Tour de force” durch die Nacht der Bundeshauptstadt.
Der ein oder andere Leser mag vielleicht bereits beim Gedanken an eine deutsche Filmproduktion mental ausgestiegen sein, doch es lohnt sich wirklich. Schon allein aufgrund der „One-Take-Produktion”, vor der man nur den sprichwörtlichen Hut ziehen kann. Seine Qualität bewies der Film auch auf zahlreichen internationalen Festivals, wo er mit Preisen nur so „überschüttet” wurde.
Kürzlich war der Film noch in der ARD-Mediathek verfügbar – einige Leser werden vielleicht unseren Hinweis auf Instagram (@clponlinenews) gesehen haben. Derzeit gibt es diese Filmperle bei Netflix und Prime Video im Streaming-Abo zu sehen.

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