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Alina hat ihre Familie an die „Schattenflur” verloren, als sie noch ein Kind war. Die Flur ist eine dunkle Wand aus dichtem Nebel, die das Land Ravka in Ost und West teilt. Fortan lebte sie in einem Waisenhaus, in dem sie Maljen kennen und lieben lernt. Seit dem ersten Tag sind die zwei beste Freunde.

Als sie alt genug sind, beschließen sie sich der ersten Armee des Kaisers anzuschließen: Alina als Kartografin und Maljen als Fährtenleser. Mit Hilfe einiger Grischa, Menschen mit magischen Fähigkeiten, soll ein Teil der Armee die Schattenflur durchqueren. Auch Alina und Maljen gehören dazu. Bei der Überquerung wird das Schiff von grauenhaften Kreaturen attackiert – den Volkra. Plötzlich wird alles in grelles Licht getaucht, das die Volkra in die Flucht schlägt und die Dunkelheit vertreibt. Der Ursprung der Lichtquelle scheint Alina zu sein. Umgehend wird sie zum Dunklen gebracht, dem zweitmächtigsten Mann des Landes und rechte Hand des Königs, der Alina für die prophezeite Lichtbringerin hält. Wer oder was soll der Lichtbringer sein? Welche Ziele verfolgt der Dunkle und noch wichtiger – kann Alina ihm trauen?

Mich hat das Buch direkt in seinen Bann gezogen. Die Welt in der die Geschichte spielt ist russisch angehaucht und die Idee von Leigh Bardugo ist bis ins kleinste Detail durchdacht und glaubhaft umgesetzt worden. Die Charaktere sind sehr eigensinnig und nicht darauf ausgelegt gemocht zu werden, was bei vielen Charakteren von Bardugo der Fall ist. Aber gerade das gefällt mir an der Geschichte. Alina trifft Entscheidungen, die egoistisch, unüberlegt und manchmal einfach dumm ist. Maljen ist ein Frauenheld, der sehr wohl weiß, dass Alina ihn mehr mag als einen Freund, aber kaum Rücksicht auf ihre Gefühle nimmt. Zumindest bis der Dunkle an Alina Interesse zu haben scheint. Aber all diese schlechten Charaktereigenschaften der Figuren dieses Buches machen sie auch allesamt glaubhaft und menschlich, denn wer von uns hat nicht schon einmal dumme, eigennützige oder Entscheidungen aus Angst getroffen?

Klare Empfehlung für Leser, die Charaktere mögen, die nicht „Everbody’s Darling“ sind und es auch nicht sein sollen. Auch Liebhaber dunkler Magie und Intrigen werden dieses Buch mögen. Wer von dieser Reihe nicht genug bekommen kann, dem empfehle ich die anderen Geschichten aus dem „Grisha-Verse“: Das Lied der Krähen und King of Scars. Bei den beiden Büchern handelt es sich je um den ersten Band eine Dilogie.

Foto: Kroemer Knaur Verlag