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Gemeinsamer Austausch über das Krisenmanagement im Handwerk: (v.l.) Dr. Michael Hoffschroer (Hauptgeschäftsführer Kreishandwerkerschaft Cloppenburg), Andreas Theilen (Kreishandwerksmeister Vechta), CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher, Theo Vahle (Vorstandsmitglied Cloppenburg) und Markus Nacke (HGF Kreishandwerkerschaft Vechta). Foto: Kreishandwerkerschaft Cloppenburg/Julian Schrandt

Cloppenburg.
Das Handwerk bezeichnet sich selbst als „Wirtschaftsmacht. Von nebenan“. Gerade im Oldenburger Münsterland, wo z. B. im Landkreis Cloppenburg knapp ein Viertel alles sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in den Handwerksunternehmen tätig sind, trifft dieser Slogan zu. Jetzt besuchte die heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher – angesichts der großen Bedeutung des Handwerks zum wiederholten Male – das Haus des Handwerks und traf dort mit Vertretern des Kreishandwerkerschaften Cloppenburg und Vechta zu politischen Gesprächen zusammen. Neben Kreishandwerksmeister Andreas Theilen aus Vechta nahm Theo Vahle als Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg sowie Geschäftsführer Markus Nacke (Vechta) und Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Hoffschroer (Cloppenburg) an dem Gespräch teil.

Im Fokus standen die aktuellen Belastungen der Unternehmen durch die Corona-Pandemie und die Folgen der sich in den letzten Wochen stark verknappenden Rohstoffe. Beides belastet das Handwerk momentan extrem. Die aktuelle Situation führe dazu, dass die Unternehmen unter extremen Unsicherheiten Entscheidungen treffen müssten, schreibt die Kreishandwerkerschaft in der Pressemitteilung.

Die Lage auf dem Holzmarkt ist äußerst angespannt und die Preise explodieren.

„Die Lage auf dem Holzmarkt ist äußerst angespannt und die Preise explodieren. Es ist jetzt wichtig, dass jeder in der Wertschöpfungskette seinen Teil zur Entschärfung der Lage beiträgt. Wir brauchen faire Preise für unser Handwerk und keine Panikkäufe. Wir haben genügend Holz in den heimischen Wäldern. Das wird auch heute Thema in Berlin sein“ sagt Silvia Breher.

„Das sind unsere Unternehmen zwar durchaus gewöhnt, aber die aktuelle Dynamik der Entwicklung ist da schon sehr belastend. Zumal zu den wirtschaftlichen Belastungen, seit Beginn der Pandemie die Sorge, um die Gesundheit und das Wohlergehen der Kunden und Mitarbeiter hinzukommt“ erläutert Theo Vahle, Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg.

„Hier fordern wir von der Politik größere Anstrengungen, nicht nur bezüglich der finanziellen Unterstützung betroffener Unternehmen, sondern vor allem auch mit Blick auf die Förderung der Wertschätzung des Unternehmertums in der Gesellschaft“, ergänzt Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Hoffschroer.

Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung ist immer noch nicht in den Köpfen der Politiker, Jugendlichen und Eltern angekommen.

„Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung ist immer noch nicht in den Köpfen der Politiker, Jugendlichen und Eltern angekommen. Wenn nur annähernd die gleichen Fördersummen in die berufliche Bildung fließen würden, wie in die akademische Bildung, wären sicherlich mehr Betriebe bereit Auszubilden und die Ausbildungsqualität könnte weiter gesteigert werden“, so Theilen. Gerade kleinen und mittleren Familienunternehmen würden unter dem fehlenden Verständnis für ihre Leistung leiden. Oftmals drohe Ihnen sogar der „Bürokratie-Burnout, da sie durch eine auf Misstrauen basierenden Regelungsflut übermäßig belastet werden”.

Hier sei schon jetzt festzustellen, dass es immer schwieriger werde, für Unternehmensnachfolger attraktiv zu sein. Eine Entwicklung, die Vahle und Hoffschroer auch mit Blick auf zahlreiche Unternehmen, die im Landkreis Cloppenburg in den nächsten zehn Jahren übergeben werden sollen, als große strukturpolitische Herausforderung einschätzen. Dennoch beweise sich das Handwerk gerade im Krisenmanagement sowohl als wirtschaftlicher aber auch als gesellschaftlicher Stabilitätsanker.

Eine weitere Forderung, die die Handwerker der Bundespolitikerin mit auf den Weg gaben, waren eine dauerhafte Entlastung der Friseure und Kosmetiker durch Senkung der Umsatzsteuer auf deren Dienstleistungen. Ziele seinen hier – neben dem Ausgleich für Belastungen durch die Corona-Pandemie – die Vermeidung von Schwarzarbeit und die Schaffung fairen Wettbewerbs zu von der Umsatzsteuer vollständig befreiten Kleinstunternehmern.

Die Corona-Krise ist auch am Handwerk nicht spurlos vorübergegangen

„Die Corona-Krise ist auch am Handwerk nicht spurlos vorübergegangen. Wichtig ist, dass wir das Handwerk unterstützen, denn es ist das wirtschaftliche Rückgrat in vielen Kommunen. Jedes gesicherte Unternehmen und jeder erhaltene Arbeitsplatz sind für das Handwerk und die Menschen in unserem Oldenburger Münsterland wichtig“, betonte Silvia Breher.

„Um günstige Preise anbieten zu können, flüchten viele Friseure in die Kleinunternehmertätigkeit. Kleinunternehmer zahlen weder Umsatzsteuer noch sind sie verpflichtet, in die gesetzliche Altersvorsorge einzuzahlen. Dadurch können sie ihre Dienstleistung günstiger anbieten, auf Kosten der Allgemeinheit. Denn diese Friseure erhalten auch ohne eingezahlt zu haben eine Mindestrente. Eine Senkung der Umsatzsteuer würde hier mehr Gerechtigkeit schaffen und käme auch dem Kunden zu Gute.“ so Nacke.

Darüber hinaus wurde Silvia Breher eine Broschüre mit den Erwartungen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks zu den Bundestagswahlen 2021 und ein kurzer Fragenkatalog zu den Herausforderungen der Bau- und Ausbauhandwerk mit auf den Weg gegeben. Man bleibe laufend im Gespräch. Und das sei gut so, waren sich die Beteiligten am Ende sehr einig.

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