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Annette Gieling (links) und Oliver Fok mit dem neu erworbenen Clemens-August-Gemälde. Foto: Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth hat ein neues Gemälde erworben. Es zeigt den jungen Fürstbischof Clemens August.

Sögel.
Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth konnte zu Beginn des Jahres ein Gemälde erwerben, das den noch jungen Fürstbischof Clemens August (1700 – 1761) im Alter von ca. 23 bis 25 Jahren darstellt. Der Maler des 107 x 97 cm großen Gemäldes ist nicht bekannt. Doch die Komposition und Haltung des Dargestellten reiht das Portrait in die Gruppe jener Bilder ein, die in der Nachfolge eines 1723 entstandenen Bildnisses von Clemens August des Niederländers Jan Frans von Douven gemalt worden sind.

Das vom Museum erworbene Bild zeigt den Erbauer von Schloss Clemenswerth als Bischof im Halbfigurenbildnis. Der Körper ist leicht nach rechts gedreht, der Kopf nach links mit Blick zum Betrachter. Seine linke Hand hebt Clemens August nachdenklich vor die Brust, an den Saum seines Übergewandes, einer aus Hermelin bestehenden Cappa, während die rechte sich mit einem sprechenden Gestus leicht öffnet. Die aufwendige Bekleidung lässt keinen Zweifel daran, dass es sich bei dem Dargestellten um einen hohen Würdenträger handelt. Der Portraitierte
wurde vor einem schweren und dunklen Stoffvorhang gemalt, der sich auf der rechten Seite öffnet und den Blick auf den blauen Himmel sowie einer Säule, einem Pfeiler und weitere architektonische Elemente freigibt, was den hohen Stand des Abgebildeten nochmals unterstreicht.

Clemens August, der 1719 anstelle seines gerade gewählten, jedoch verstorbenen Bruders Philipp Moritz zum Bischof von Münster und Paderborn – später auch Kurfürst und Erzbischof von Köln, Bischof von Hildesheim und Osnabrück sowie Hochmeister des Deutschen Ordens – berufen wurde, besuchte erstmals im September 1720 den nördlichsten Teil seines Machtbereiches, das Niederstift Münster, und nahm Unterkunft in Sögel. Hier ließ er in den Jahren 1737 bis 1747 die barocke Jagdsternanlage Schloss Clemenswerth mitten auf dem
Hümmling errichten. Er schuf damit im Emsland nicht nur eine mächtige architektonische Spur seines kulturellen Wirkens, sondern auch ein Symbol seines Machtanspruches bis an die äußersten Grenzen seiner Territorien.

Ebenso wie Bauwerke dienten auch Gemälde wie das Portrait von Clemens August dem Ausdruck von Macht- und Herrschaftsanspruch. Wie heute das Foto des Bundespräsidenten in den Amtsstuben hängt, so pflegten in früherer Zeit die Amtsträger gern ein Gemälde des Landesherren auf Ihren Gütern und Amtssitzen aufzuhängen. Das Gemälde von Clemens August hing einst auf Gut Altenkamp. Der Bauherr des 1728 bis 1732 erbauten Herrenhauses war Hermann Anton von Velen, hochfürstlicher-münsterischer
Drosten im Emsland.

1856 kaufte der Verwalter Georg Behnes Gut Altenkamp. Vier Generationen blieb das Gut im Besitz der Familie, die im Emsland Juristen, Amtsmänner und Landräte hervorbrachte, bis es 1981 an die Stadt Papenburg verkauft wurde und im Zuge der Nachlassaufteilung auch das Gemälde des Fürstbischofs das Gut verlies und zur Familie Morhenn kam.

„Da Clemens August das Schloss Clemenswerth sehr geliebt hat und dort viel Zeit verbrachte, habe ich dem Emslandmuseum das Portrait zum Kauf angeboten. Damit wird auch der große Wunsch meiner Mutter Hedwig Morhenn, geb. Behnes, erfüllt, dass das Gemälde wieder ins Emsland zurückkommt“, erzählt die Tochter Annette Gieling. Museumdirektor Oliver Fok unterstreicht: „Mit dem Gemälde wächst unsere Sammlung nicht nur um ein besonderes Gemälde, das uns die Person Clemens August wieder etwas näher bringt, sondern steigert auch die Authentizität des historischen Ortes Schoss Clemenswerth.“ Auch das Museum freut sich, dass ein Stück Kulturgut, nun wieder in die Region zurückgeführt werden konnte.

Bevor das Bild der Öffentlichkeit auf Schloss Clemenswerth präsentiert werden kann, muss es jedoch noch aufwendig restauriert werden, denn die Zeit hinterließ ihre Spuren auf dem Gemälde. Die Kosten der Restaurierung übernimmt für das Museum Annette Gieling.

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