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Zahlreiche Anlieger konnten für den Aufbau des Krötenzauns mobilisiert werden. Foto: Thomann/Fischereiverein Löningen

Wenn die Nächte im Frühling wärmer werden, beginnt wieder die Krötenwanderung. Zahlreiche Erdkröten machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei riskieren sie ihr Leben, denn ihr gefährlicher Weg führt oft über Straßen hinweg. Das galt in diesem Jahr auch für den Werwer Weg in der Nähe des WEG-Geländes, auf dem viele Amphibien auf dem Weg zu einem Regenrückhaltebecken ihr Leben lassen mussten.

pm Löningen.
„Leider mussten wir feststellen, dass hier zahlreiche Kröten überfahren wurden. Sogar ein Teichmolch war dabei“, berichtet Stefan Thoben, der in diesem Bereich wohnt. Er mobilisierte die Anlieger der Straßen „Werwer Weg“ und „Vor den Fuhren“. Erfreulicherweise erhielt er viele Zusagen, gemeinsam einen Krötenzaun aufzustellen und zu pflegen. Auch die Firma Weser-Ems-Getränke und die Stadt Löningen sagten Unterstützung zu.

Abgestimmt wurde die Aktion mit dem Umweltamt des Landkreises Cloppenburg. „Gerne stellen wir für solch eine lobenswerte Aktion von Löninger Bürgern einen Krötenzaun mit dem entsprechenden Material, das aus Artenschutzmitteln des Landkreises Cloppenburg finanziert wird, zur Verfügung“, versprach Heinz Kosanke vom Umweltamt.

Ein Krötenzaun besteht aus einem feinmaschigen Netz oder einer Folie, die Kröten und anderen Amphibien den Weg zum Laichgewässer versperrt. Die hindern die Amphibien daran, die Straße zu überqueren. Entlang der Zäune sind alle paar Meter Eimer eingegraben. Die Tiere wandern in der Dunkelheit den Zaun entlang auf der Suche nach einem Durchschlupf und fallen in die eingegrabenen Eimer. Am nächsten Morgen können sie dann von Helfern über die Straße transportiert werden, so dass die Tiere gefahrlos weiterwandern können.

„Wenn die Nächte der Krötenwanderung gekommen sind, ziehen fast alle Tiere gleichzeitig los“, erläuterte Heinz Kosanke bei einem Ortstermin. „Die Masse schützt sie vor Feinden. Leider ist das Auto von der Natur nicht als Feind vorgesehen. Weil die Kröten von den Autofahrern in der Dunkelheit nicht gesehen werden, werden viele von ihnen überfahren.“

Kröten legen ihre Eier immer in dem Gewässer ab, in dem sie selbst geboren wurden. Nur wenn das Gewässer, in dem eine Kröte aufgewachsen ist, ausgetrocknet ist oder der Weg dorthin verbaut wurde, suchen sich die Tiere ein anderes Gewässer.

„Ihren Weg finden sie mit Hilfe ihres Instinkts“, erklärte Kosanke, „man könnte sagen, sie verfügen über ein integriertes Navigationssystem. So ziehen sie durch Wälder, Wiesen, Wohngebiete und leider auch über Straßen. Dabei legen sie beachtliche Strecken zurück. Erdkröten wandern bis zu drei Kilometern, andere Krötenarten sogar noch weiter. Nach dem Laichgeschäft wandern sie anschließend in ihre Sommerquartiere.“

„Ich hoffe, dass wir mit dieser Aktion einen kleinen Beitrag zum Naturschutz leisten können“, so der Initiator Stefan Thoben. „Durch die einseitige enge Bebauung können in diesem Jahr allerdings nur die Laichrückkehrer abgefangen werden. Im nächsten Jahr soll auch im  rückseitigen Bereich der Grundstücke der  Zaun aufgestellt werden, so dass möglichst viele Tiere abgefangen werden können. Wir werden versuchen, dann auch Kinder mit einzubinden, um sie für Naturphänomene zu sensibilisieren.“

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