Skip to content Skip to footer
Thomas Lübbehüsen ist stolz auf sein Team und den Einsatz der E-StreetScooter sowie Trikes. Als Standortleiter der Post in Cloppenburg hat er auch die Klimabilanz im Blick. Fotos: Deutsche Post DHL

Die Pandemie stellt auch die Post vor Ort vor große Herausforderungen. Thomas Lübbehüsen (44), engagierter Standortleiter in Cloppenburg, spricht im Interview mit unserer Zeitung und unserem Online-Portal clpon.de über die erfolgreiche Wellenplanung, die grüne Zukunft der Post und die gelebte Vielfalt im Konzern.

Von Thomas Kaiser

Cloppenburg.
clpON: Hand aufs Herz: Herr Lübbehüsen, wann haben Sie das letzte Mal einen Brief klassisch mit der Hand geschrieben, eine Briefmarke aufgeklebt und den Umschlag dann in den Briefkasten geworfen?

Thomas Lübbehüsen: Ganz ehrlich und Hand aufs Herz. Ich greife tatsächlich schneller zum Handy statt zu Papier und Stift. Aaaaaaber…..ich gelobe Besserung. Ich verspreche, dass ich ab sofort öfter einen Brief (natürlich mit der Deutschen Post versendet) schreiben werde. Versprochen!

clpON: Welche neuen digitalen Angebote nutzen die Kunden besonders gerne?

Thomas Lübbehüsen: Da gibt es einige Beispiele. Die Kunden nutzen natürlich sehr gerne die DHL-Sendungsverfolgung. Damit können sie ziemlich genau sehen, wo sich ihr Paket befindet und wann es wahrscheinlich bei ihnen ankommt. Einige sind dann auch extra zu Hause, um ihr Paket entgegen nehmen zu können. Die Packstationen werden auch immer beliebter: denn hier können die Kunden unabhängig von Tages- und Nachtzeit ihre Pakete verschicken und abholen. Grundsätzlich bauen wir die digitalen Services immer weiter aus: zum Beispiel kann man Briefe ja jetzt auch mit einem Code versenden, den man bequem zu Hause kaufen kann.

Die Post wird immer digitaler – aber einige „Klassiker” kommen nie aus der Mode

clpON: Und welche „Klassiker” kommen nicht aus der Mode?

Thomas Lübbehüsen: Trauerkarten, Behördenpost, Wahlbenachrichtigungen und natürlich die Briefwahl, aktuell auch Impfbriefe, Geburtstagskarten- und Briefe und natürlich der absolute Klassiker….die Weihnachtspost. Ob Karte oder Brief. Weihnachten 2020 hatten wir so viel Weihnachtspost wie lange nicht mehr. Sicherlich der Pandemie geschuldet oder besser gesagt – Dank der Pandemie (in diesem Fall). Das hat mich sehr gefreut. Nicht nur aus beruflicher Sicht – auch aus privater. Es ist super schön und sehr romantisch, den Lieben (wo auch immer auf der Welt) einen handgeschrieben Brief mit den schönsten Grüßen zu schicken.
Das kann man übrigens auch zwischendurch mal machen – nicht nur zu Weihnachten! Überrascht eure Lieben einfach mal mit einem handgeschriebenen Brief, wenn es niemand erwartet. Wie versprochen, ich werde es machen!

clpON: Corona hat alles auf den Kopf gestellt. Wie meistert die Post hier in Cloppenburg die schwierige Lage während der Pandemie?

Thomas Lübbehüsen: Das ist in der Tat ein Riesen-Thema. Auf der einen Seite für uns sehr positiv, denn durch die Pandemie haben die Menschen sehr sehr viel bestellt, was natürlich für uns als Deutsche Post DHL sehr positiv ist. Auf der anderen Seite auch nicht ganz so schön, denn alles was bestellt wird, muss ja auch transportiert, sortiert und zugestellt werden. Das machen schließlich bei uns keine Maschinen, sondern Menschen. Unsere Zustellerinnen und Zusteller. Aber – und dafür bin ich nicht nur dankbar, sondern das macht mich unfassbar stolz – die Mädels und Jungs machen einen tollen Job! Trotz der Menge halten die durch. Sie geben jeden Tag Vollgas und ihr Bestes. Hier und da kann es natürlich auch mal zu leichten Verzögerungen kommen , aber zu 99% läuft´s rund. Und das ist eine wirklich unvorstellbare Leistung.
Wir haben aber recht früh gehandelt. Wir arbeiten seit über einem Jahr in der sogenannten „Wellenplanung“. Das ist nichts anderes als ein 2-Schicht-Betrieb. Da wir hier in Cloppenburg zu den großen Stützpunkten gehören, mussten wir uns etwas einfallen lassen, wie die Mitarbeitenden untereinander Abstand halten können. Durch die Wellenplanung können wir das gewährleisten, denn es ist immer nur die halbe Mannschaft anwesend. Es gibt viele weitere Beispiele. Wir haben Möglichkeiten geschaffen, sich mobil regelmäßig die Hände waschen zu können. Der Konzern hat sehr sehr früh allen Mitarbeitenden Masken kostenlos zur Verfügung gestellt. Wir haben hektoliterweise Desinfektionsmittel gekauft. Wir haben unsere internen Abläufe geändert und angepasst. Wir bieten allen Beschäftigten die Möglichkeit, sich regelmäßig kostenlos testen zu lassen. Unterm Strich muss man sagen – und das ohne wenn und aber – die Deutsche Post DHL Group stellt den Gesundheitsschutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer an erster Stelle.

„GoGreen”: Die Deutsche Post DHL Group investiert bis 2030 rund 7 Milliarden Euro in „grüne Technologien“. Und bis 2050 sollen alle logistibezogenen Emissionen auf Null reduziert sein.

clpON: Die Post DHL Group will bis 2030 Milliarden in den Klimaschutz investieren. Sehen wir bald wieder mehr Briefträger umweltfreundlich auf dem Rad? (bitte gerne die Pläne konkretisieren)

Thomas Lübbehüsen: Richtig, wir investieren bis 2030 rund 7 Milliarden Euro in „grüne Technologien“. Und wir gehen sogar noch weiter. Zu unserer Strategie gehört es u.a. bis 2050 alle logistikbezogenen Emissionen auf NULL zu reduzieren. Eine Mammutaufgabe. Ich bin mir aber sicher, dass wir unsere Ziele erreichen werden.
Deutsche Post DHL Group hat seit vielen Jahren die Umwelt und den Klimaschutz zu einem Kernthema gemacht. Wir haben ein eigenes Klimaschutzprogramm namens „GoGreen“. Um unsere Stützpunkte klimaneutral werden zu lassen, setzen wir auf neueste Technologien. Wie z.B. die gesamte Beleuchtung auf LED umzurüsten. Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen werden eingesetzt um CO²-frei zu heizen.
Unser Netz an Elektroladesäulen wird weiter ausgebaut. Mehr E-Trikes für die städtische Zustellung. Zustellung nahezu ausschließlich mit E-Fahrzeugen. Wir testen derzeit kleine Solarzellen auf den Dächern unserer LKWs, die den Stromverbrauch reduzieren sollen. Unsere Klimaschutzmaßnahmen werden weltweit umgesetzt. So z.B. ersetzen wir von unseren 260 Flugzeugen in naher Zukunft 14 Maschinen, da die neuen Modelle um rund 18 Prozent effizienter sind. In Schweden testen wir bereits E-LKWs, die derzeit überwiegend für kürzere Distanzen eingesetzt werden. Nun konzentriert man sich auf die Entwicklung für mittlere und längere Strecken. In Australien wird derzeit ein Kühlketten-Lagerhaus von DHL zum großen Teil auf Photovoltaik umgebaut. Insgesamt 5.500 Sonnenkollektoren, 1,7 Megawatt stark.
Es gibt unzählige weitere Beispiele. Daran sieht man aber, dass Deutsche Post DHL alles unternimmt, um die eigenen, ehrgeizigen Ziele im Bereich Klimaschutz zu erreichen.

Photovoltaikanlage, 16 vollelektrische StreetScooter und E-Trikes – der Standort Cloppenburg ist einer der Vorreiter fürs Erreichen der Klimaziele der Unternehmensgruppe.

clpON: Was ist konkret am Standort in Cloppenburg geplant, um „grüner” zu werden?

Thomas Lübbehüsen: Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ist selbstverständlich. Zudem sind wir seit 5 Jahren mit der E-Mobilität weit vorn dabei. Wir haben derzeit 15 vollelektrische StreetScooter im Einsatz. Unser Stützpunkt war damals in der Pilotierungsphase dabei. Und darauf sind wir stolz. Gerade vergangene Woche haben wir einen weiteren nagelneuen StreetScooter erhalten. Und weitere werden folgen. Zudem nutzen wir mehrere E-Trikes und ein E-Bike, aber natürlich auch noch herkömmliche Fahrräder.
Im letzten Jahr sind alle Handscanner, die für die Zustellung benötigt werden, gegen neue Modelle ausgetauscht worden. Kleiner, effektiver, sparsamer. Unser Netz an Packstationen wird im Stadtgebiet, aber auch drum herum weiter ausgebaut. Warum? Relativ einfach….ein riesen Vorteil und Service zugleich für unsere Kunden. So kann man Pakete rund um die Uhr empfangen und aufgeben. Gleichzeitig haben wir in der Zustellung den Vorteil, dass wir statt 30 Stopps nur eine Abgabestelle anfahren müssen. Auch das zahlt auf die Energiebilanz unseres Stützpunktes ein. Somit können alle helfen, die Umwelt zu schützen. Denn wie sagt man? Auch Kleinvieh macht Mist.

„Bei uns zählt einfach nur der Mensch.”

clpON: Auch in anderen Bereich tut sich einiges bei der Post: Stichwort Vielfalt/Diversity und Chancengleichheit. Sie haben sich persönlich mit Erfolg für das Thema stark gemacht…

Thomas Lübbehüsen: Der Mensch steht bei uns im Konzern in allen Handlungen und allen Überlegungen grundsätzlich an erster Stelle. Egal, welche Nationalität, welche Religion, welche Herkunft, welche sexuelle Orientierung, welches Geschlecht und/oder welches Alter – bei uns zählt einfach nur DER MENSCH!
Aber ich denke, Sie meinen unsere Teilnahme am CSD. Den Menschen, zumindest den meisten, ist es inzwischen völlig egal, welche sexuelle Orientierung jemand hat. Und das ist auch gut so. Hier im Stützpunkt Cloppenburg leben wir das Thema Vielfalt tagtäglich. Rund 100 von insgesamt 550.000 Mitarbeitenden weltweit, arbeiten hier in Cloppenburg. Und ich behaupte, dass niemand von den rund 100 in irgendeiner Weise ein Problem mit der hier gelebten Vielfalt hat – schließlich haben die Kolleginnen und Kollegen hier in Cloppenburg einen schwulen Chef. Wir beschäftigen Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlicher Herkunft, allen Alters und verschiedener Hautfarbe und genau das macht uns stark. Das Wichtigste ist, dass wir alle hier unter einem Dach vereint als Team funktionieren. Dass man sich hilft. Dass man sich versteht. Dass man zusammen lacht und auch mal zusammen weint, wenn es sein muss.
Die weltbekannte Regenbogenflagge steht bei uns im Konzern Deutsche Post DHL für so viel mehr, als „nur“ für die sexuelle Orientierung oder, wie oft vermutet, nur für „schwul“. Bei uns steht die Flagge für die Vielfalt unser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und das nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt.
Wir leisten auch zu allen anderen gesellschaftlichen Themen, wie z.B. Integration, Flüchtlingshilfe und weiteren Themenfeldern unseren Beitrag.
Wir leben und handeln nach einem konzernweit gleichen und von allen akzeptierten Verhaltenskodex. Und das auf allen Ebenen. Vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Zusteller in Teilzeit.
Darauf sind wir stolz. Und das zeigen wir auch. Wie eben auch mit den Teilnahmen an CSD-Paraden/-Umzügen/-Demos, nicht nur in Cloppenburg, sondern Europaweit, ich möchte sogar sagen, weltweit.

Teambesprechung: Thomas Lübbehüsen ist stolz auf seine Mannschaft, die jeden Tag ihr Bestes geben.

 

 Thomas Lübbehüsen (44), Standortleiter der Post in Cloppenburg, ist in Emstek geboren und aufgewachsen. Heute lebt er in der Kreisstadt. Privat liebt er alles, was mit Wasser und Geschwindigkeit zu tun hat. Mit dem Motorboot rausfahren, gehört zu seinen liebsten Freizeitbeschäftigungen. Das Surfbrett darf dabei natürlich nicht fehlen, die Angel schon. „Was mir am Herzen liegt? Familie und Freunde, Spaß am Job und im Leben…..kurz: das Leben leben und lieben.”

Seinen Werdegang bei Deutsche Post DHL Group beschreibt er als  „relativ unspektakulär”;
Vor einigen Jahren bin ich als Quereinsteiger in den Konzern gekommen. Zuvor war ich viel unterwegs. Kam irgendwie nie zur Ruhe, beruflich wie privat. Ich habe viel gesehen und erlebt, Deutschland und die Welt bereist.
Als meine Schwägerin mir sagte, dass die Post noch Leute sucht, habe ich erst einmal mit dem Kopf geschüttelt. Das konnte ich mir gar nicht vorstellen.
Hab´s dann aber einfach gemacht. Nun sitze ich nun hier und kann mir nichts anderes mehr vorstellen. Ich muss ganz klar sagen – ich bin endlich angekommen. Es ist für mich nicht einfach ein Beruf – es ist meine Berufung und eine Ehre zugleich, dass ich immer so unterstützt wurde.

Ich war gerade ein halbes Jahr im Konzern. Schon durfte ich den ersten Lehrgang besuchen. Es waren zwei tolle, spanende, erlebnisreiche und witzige Tage in Hannover, die dann alles veränderten. Ich bin mit völlig neuen Eindrücken und Tatendrang zurückgekommen und machte mich sodann mit neuen Ideen ans Werk. Es folgten Termine bei meiner damaligen Chefin, beim Leiter der Niederlassung und im Diversity-Management. Egal wo ich war….überall rannte ich offene Türen ein.

Es begann dann eine super spannende Zeit und ich war überwältigt von der Größe des Konzerns Deutsche Post DHL Group. Das bin ich übrigens heute noch. Es ist kaum greifbar. 550.000 Menschen arbeiten für den Konzern. Weltweit. In 220 Ländern und Territorien. Von Fahrrädern, über Autos, Bullis, Frachtwagen, LKWs bis hin zu einer eigenen großen Flugzeugflotte von 260 Maschinen. Ich weiß heute noch, wie sprachlos ich war, als ich das erste mal in unserer Konzernzentrale in Bonn war. Der Post-Tower ist eines der höchsten Bürogebäude. Komplett aus Glas und Metall. Wahnsinn.

Ich habe mir Brief- und Paketzentren angeschaut, um zu verstehen, wie alles funktioniert und ineinander greift. Ich war in Leipzig auf dem DHL-Hub. Einen der größten DHL-Frachtumschlagplätze Europas. Absolut irre, was da abgeht. Ich war zu Treffen, Seminaren und Ausbildungen quer durch die Republik. Ich dufte viele viele tolle Kolleginnen und Kollegen, bis hin zu unserem Konzernvorstand kennen lernen. Zu vielen habe ich immer noch Kontakt. Es ist einfach Wahnsinn. Und das meine ich absolut und zu 100 Prozent positiv! Unfassbar, was in diesem Konzern alles möglich ist. Was geboten wird. Welche Chancen man bei uns hat. Man muss sich nur darauf einlassen.

Show CommentsClose Comments

Leave a comment