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Offensive startet sechsstellig

Nun sind die Geschäftsleute und Marketing-Strategen gefragt: Der Rat hat ihnen das Portemonnaie gefüllt für neue Maßnahmen zur Starkung der Cloppenburger City. Foto: west

Pimp my City: Mit einer groß angelegten Offensive will der Cloppenburger Stadtrat die Lockdown-strapazierten Unternehmen in der Innenstadt unterstützen. Das beschlossen die Kommunalpolitiker in ihrer Sitzung am 31. Mai 2021 mit fraktionsübergreifender Mehrheit von 30 Stimmen.

Für das laufende und das nächste Jahr werden jeweils 500.000 Euro bereit gestellt, zunächst ggf. als außerplanmäßige Ausgaben, dann zeitnah über einen Nachtragshaushalt. CM Marketing, Wirtschaftsgemeinschaft und Stadtmarketing sowie andere Akteure aus Handel, Gastronomie und Kultur sind jetzt gefordert, Ideen zu entwickeln und ebenso schnell greifende wie nachhaltig wirkende Maßnahmen zur Stärkung des Publikums-Zulaufs in Cloppenburgs „guter Stube” auf die Beine zu stellen.

„Wir erwarten Engagement”, betonte Roland Kühn (CDU), „wie schon mal mit Erfolg bei Neugestaltung der Fußgängerzone”. Denn man wolle natürlich „nicht ohne Sinn und Verstand durch die Gegend subventionieren”. Der Verwaltungsausschuss soll sich die Vorschläge anschauen und über die Umsetzung entscheiden. Das behagte den Grünen und einigen anderen Ratsmitgliedern nicht so sehr. Sie forderten eine komplettes Konzept mit Bewertung und Freigabe im Rat. Das dauert zu lang, meinten dagegen die CDU-FPD-Zentrums-Gruppe, die UWG und SPD. Schnelles Handeln sei notwendig, war man sich hier einig. Die im VA abgesegneten Maßnahmen für den „Dauerbrenner Innenstadt“, so Bürgermeister Dr. Wiese, sollen auch im Rat vorgestellt werden. Nur loslegen sollen die Kaufleute, Wirte und Co schon vorher; denn man wolle die neuen Initiativen nicht durch die Wartezeit bis zur nächsten Sitzung ausbremsen.

Als weitere Corona-Maßnahme beschloss die Ratsrunde einstimmig, wie im Vorjahr nun auch für 2021 auf Sondernutzungsgebühren für Außenbereiche von Gastronomie und Einzelhandel in der Innenstadt zu verzichten. Es geht um eine Gesamtsumme von rund 14.000 Euro. Im vergangenen Jahr hatten 70 Betriebe dieses Entgegenkommen genutzt.

Mittelfristig brauche es allerdings weitergreifende Überlegungen, so Jan Oskar Höffmann (SPD). Denn die Verdrängung des Handels ins Internet sei schon seit Langem zu beobachten. Auf längere Sicht würden sich deshalb wohl eher Gastronomen und Dienstleister in der Fußgängerzone ansiedeln. Corona sei in diesem „bereits laufenden Strukturwandel ein Brandbeschleuniger” gewesen. Dieses Feuer soll die Offensive erst einmal eindämmen.