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Natur pur: Das Theikenmeer ist eines der ältesten Naturschutzgebiete im Emsland.
Fotos (3): Dr. Andreas Schüring/Stadt Werlte

Der Förderbescheid ist da. Die Stadt Werlte und der Landkreis Emsland haben den Startschuss gegeben.

Werlte
Nach intensiver Planung können sich Einheimische sowie Touristen auf dem Hümmling im kommenden Jahr über ein Naturhighlight freuen. Am Theikenmeer, einem der ältesten Naturschutzgebiete im Emsland, gelegen zwischen der Stadt Werlte und der Gemeinde Sögel, entsteht eine Naturparkstation mit Ausstellung, ein Rundwanderweg sowie mehrere Aussichtspunkte entlang der Strecke.

Am Hof Meyerrenken an der Sögeler Straße, wo sich aktuell schon eine NABU-Station befindet, wird in einer Scheune eine neue Ausstellung zur Natur- und Kulturlandschaft auf dem Hümmling und speziell zum Theikenmeer entstehen. Neben Fachleuten eines Planungsbüros stehen den Werltern sowohl der NABU-Ortsverein, als auch der Naturexperte Dr. Andreas Schüring zur Seite, um den künftigen Besuchern einen Einblick über dieses besondere Kleinod zu machen, welches fast in den 70er verschwunden wäre. Das Theikenmeer, welches seit 1936 unter Naturschutz steht, war nämlich aufgrund illegaler Entwässerungen ausgetrocknet und verlandet. Durch stetige Bemühungen aller Akteure vor Ort konnte die Wasserfläche wieder auf ca. 25 ha wachsen. Der See ist somit in der Region der größte von etwa 100 Heideseen.

Aber nicht nur das Theikenmeer soll hier gezeigt und erläutert werden. In der interaktiven Ausstellung wird auch die Kultivierung der Region erklärt. Vom Moorgebiet über den Torfabbau und dessen Verladung über die damalige Eisenbahn bis zur heutigen Entwicklung als attraktive Wohnorte mit erstklassig wirtschaftlichen Bedingungen.

Von der Ausstellung soll es dann auf einen ca. 8 km langen Rundwanderweg gehen, auf dem an mehreren Stellen die heimische Natur und das Moor erklärt wird. Denn eine große Kreuzotterpopulation hat hier ebenso eine Heimat gefunden wie verschiedene Vogelarten, darunter Rohrweihe, Sumpfohreule, Schwarzkehlchen und Ziegenmelker. Durch den Rundwanderweg sollen Besucher die Chance haben, das Moor mit seinen Besonderheiten optimal erleben zu können, ohne seltene oder geschützte Tiere zu stören. Aus diesem Grund werden auch diverse Wege ins Moor aufgehoben, um den Schutz der Tiere deutlich zu erhöhen. Neben den schon bestehenden Vogelbeobachtungsturm soll ein weiterer großer Aussichtsturm entstehen, um einen Blick auf Baumkronenhöhe zu ermöglichen. Außerdem wird auf Spahnharrenstätter Seite ein Aussichtshügel aufgefahren, um auch von hier künftig im sicheren Abstand einen Blick auf Wiesenvögel und wiedervernässte Flächen zu haben. Hierrüber freut sich auch Spahnharrensstättes Bürgermeister Reinhard Timpker, denn das „Juwel“ liege nicht nur vor Werltes, sondern auch vor Spahnharrenstättes Toren.

Nur durch die aktive, intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit der verschiedensten Akteure z. B. der Stadt Werlte, des Naturparkvereins, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland, dem NABU und weiteren Akteuren konnte dieses großartige Projekt in die Umsetzung gehen. „Mit der Naturparkstation erhält unser noch junger Naturpark ein wichtiges Ankerangebot, das unseren Gästen künftig wunderbare Naturerlebnisse in einem unserer schönsten Naturparke ermöglicht“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf, Vorsitzender des Naturparkvereins.

„Ich freue mich, dass dieses große Ensemble mit vereinten Kräften angelegt werden kann“, so Stadtdirektor Ludger Kewe. Daniel Thele ergänzt: „Ein besonderer Dank gebührt der Familie Bernd Meyerrenken, die über all die Jahre das Projekt unterstützt hat und ihre Hofstelle zur Verfügung stellten und stellen.“

Finanziert wird das ca. 840.000 Euro Projekt zu 50 % durch das Land Niedersachsen. Die übrigen 50 % teilen sich der Landkreis Emsland und die Stadt Werlte.

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