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Henning Rolfes (Bauamt), Abwassermeister Frank Boer, Bauamtsleiter Ewald Bley, Bürgermeister Thomas Höffmann sowie Enno Klaaßen vom Ingenieurbüro Dr. Born & Dr. Ermel aus Achim (v.l.n.r.) auf dem Bau – hier vor dem neu entstehenden Nachklärbecken mit einem Durchmesser von 20 Meter bei einer Tiefe von 6 Metern. Foto: ak

ak Garrel.
Auf dem Gelände der Kläranlage an der Straße Zu den Auen, gleich neben der Wertstoffsammelstelle, wird derzeit gebaut. Der Umbau und die Erweiterung der 1968 gebauten Kläranlage sind dringend notwendig, denn die Kapazitäten sind beinahe voll ausgereizt.
8,5 Millionen Euro werden insgesamt in das Vorhaben investiert. Das Projekt wird zudem gefördert durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) – die förderfähigen Maßnahmen liegen bei ca. 4 Mio. Euro. Durch die NBank werden 1 Mio. Euro gefördert. Mit der neuen Anlage tut man auch was fürs Klima und spart in Zukunft satte 640 t CO2 jährlich.

Derzeit wird unter anderem an einem Nachklärbecken, das für die Trennung des Schlamms vom gereinigten Wasser zuständig ist, gebaut. Um den Abriss eines älteren Beckens hat sich bereits eine ortsansässige Firma gekümmert, während der Betrieb derzeit von einem bestehenden Nachklärbecken aufrecht erhalten wird. Betriebsausfälle seien ohnehin nicht durch die Arbeiten, die Ende 2022 abgeschlossen sein sollen, zu erwarten, denn zwangsläufig „muss der Betrieb in so einer Anlage immer gewährleistet sein”, sagt Enno Klaaßen vom Ingenieurbüro Dr. Born und Dr. Ermel aus Achim.

Bislang war die Kläranlage auf 29.400 Einwohnerwerte (EW) konzipiert. Mit der neuen Kläranlage wird „die Anschlussgröße um 15.000 EW erhöht ”, informiert Klaaßen. „Damit sind wir zukunftsfähig”, sagt Bürgermeister Thomas Höffmann über dieses „Megaprojekt für die Gemeinde Garrel”. Zuletzt wurde die Kläranlage 2008 ausgebaut. Für die nächsten 15 bis 20 Jahre sei man nun gut aufgestellt, bestätigt auch Enno Klaaßen.

Zur Info:
In der Wasserwirtschaft ist der EW der Vergleichswert für die in Abwässern enthaltenen Schmutzfrachten. Mit dem EW sind alle Anwohner des Einzugsgebiets gemeint. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bspw. Fleischverarbeitende Betriebe oder andere große Unternehmen den Wert deutlich in die Höhe treiben. Mit dem Einwohnerwert lässt sich also die Belastung einer Kläranlage abschätzen.

Mit dem Ausbau der Anlage verringern sich künftig auch die Betriebskosten. Jährlich etwa 500.000 Euro betragen die Kosten für Schlammentsorgung sowie Schlammentwässerung derzeit – diese Summe soll sich künftig halbieren. Möglich wird das durch einen Faulturm in Verbindung mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW). Der 10 m hohe Turm hat bei einem Durchmesser von 12 m ein Volumen von 1.200 m³. Der überschüssige Schlamm aus dem Klärprozess landet im Faulturm, hier wiederum entsteht daraus Faulgas. Dieses Gas wird im BHKW zu Strom umgewandelt. Durch diese Eigenstromerzeugung lassen sich pro Jahr 800 MWh einsparen.

Bis auf die Verringerung von Geruchsemissionen für die Ansiedlung neuer Baugebiete – mit Hilfe von Biofiltern – dürften die Anwohner Garrels aber wohl wenig von den Neuerungen bemerken. Weitere Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen sind ein neues Vorklärbecken mit Primärschlammpumpwerk; eine Co-Substrat-Annahme; ein Einlaufgebäude mit Rechen/Sandfang; eine stationäre Schlammentwässerung; die Überdachung des Schlammlagers; ein Werkstatt-Anbau sowie die Abluftbehandlung und eine Eisendosierstation.